Die historische Heimat des italinischen Essen? Il Mulino dell Pile, bei Millionen Italinern als "Weise Mühle" bekannt, liegt im einen wunderschönen Tal in der Toscana. - Vor einige Jahre bin ich sehr häufig dahin gefahren.
Während
der Renaissance wurde die Esskultur in den Städten Italiens
reichhaltiger und raffinierter. Rom wurde zum
Zentrum der Italienische Gastronomie, als anschauliche Einführung in
das kulinarische Leben jener Zeit in der Metropole eignet sich nichts
besser als ein erstaunliches Gemälde. Es verkündet den Triumph
eines Papstes, einer Stadt und eines zurückhaltenden skrupellosen,
klugen Mannes, der auch der erster und größte Kochbuchautor der
neuen Ära war.
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| Platina, der größte Küchenautor des 15. Jh wurde von Mellozo da Forlí in einem Gemälde verewigt |
Sechs
Männer- vier davon stehend, einer sitzend und einer kniend- sind von
quadratischen, mit Marmor-Eilegearbeiten verzierten Säulen
eingerahmt. Diese sorgfältig gestaltete Geometrie sorgt für einen
höchst theatralischen Hintergrund; und was die sechs Männer
darstellen, ist nichts Geringeres als der Augenblick, als die
Renaissance nach Rom kam.
Der
sechster Mann in der Gruppe wirkt etwas sympathischer. - Gutaussehend,
grauhaarig und mit einer leichten Hasenscharte kniet er vor dem
Papst. Dieser Mann war der Bibliothekar des Vatikans, der allgemein
unter dem vom ihm selbst geprägten lateinischen Namen „Platina“
bekannt wurde. Er lehrte die Geisteswissenschaft und war Humanist,
wie man diesen Typus später nannte.
Humanisten
hatten die klassische Literatur studiert und unterrichteten
Grammatik, Rhetorik, Dichtung, Geschichte und Moralphilosophie.
Platina nahm jedoch unter allen Humanisten eine Sonderstellung ein:
Er war der Verfasser des meistverkauften Kochbuches seiner Zeit, De
honesta voluptate et valetudine ( Über die anständige Wollüstigkeit
und gute Gesundheit ).
Nur die
wenigsten historischen Kochbücher vermitteln beim Lesen ein so
eindeutiges Bild von der Persönlichkeit des Autors wie die
Anständige Wollüstigkeit und gute Gesundheit. Leider ist dieses
Bild alles andere als liebenswert: Platina war meine Interpretation
nach, ein geistiger Snob und neigte zu übereifrigen Moralpredigten.
Es ist
noch zu erwähnen, dass Platina im Jahr 1468 ( Sobald das Buch fertig
wurde ) zusammen mit anderen Mitglieder einer heidnischen Bruderschaft,
die sich der Götzendienerei, Ketzerei, sexuelle Ausschweifung und
Völlerei schuldig gemacht hatte, festgenommen wurde. Man warf ihn
vor, er sei an einer Verschwörung zur Ermordung von Sixtus´
Vorgänger Paul II. Beteiligt gewesen. Das große Rätsel lautet
also: Was Platinas „anständiges“ Kochbuch in eine heimtückische
Verschwörung verwickelt?
- Da ich das Rätsel nicht lösen kann, empfehle ich das Restaurant "Zum alten Mühlstein" dort
habe ich immer wie im alten Rom gegessen und die Seiten dieses kleinen
Gastronomieführers vom Platina aufgeschlagen.
Dinah Montenegro
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